In der Region rund um die Sahara tritt eine zentrale Bruchlinie der Weltordnung zutage: Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet zeigen sich die Spannungen zwischen der alten, postkolonialen Ordnung und einer neuen, multipolaren Welt. 2010 nahm der Arabische Frühling hier seinen Anfang. Seither werden Länder wie Somalia, Somaliland, Sudan und Äthiopien immer wieder von Konflikten erschüttert, die die Bevölkerung in Elend und Hungersnöte stürzen.
Gleichzeitig ringen die EU, die USA, China und Russland um Einfluss. Doch die Region versucht, sich zu emanzipieren: In Burkina Faso, Mali, Niger und anderen Staaten haben sich antiimperialistische Militärregierungen gebildet, um den westlichen Einfluss zurückzudrängen. Währenddessen erhebt sich in Marokko die GenZ gegen das Königshaus.
Scheinbar unberührt von diesen Entwicklungen liegt das Land Algerien. 70 Jahre nach Beginn des erfolgreichen antikolonialen Befreiungskampfes sucht das Land seinen Platz in einer zukünftigen Welt. Seit 2025 ist Algerien Mitglied der BRICS-Bank, die als Instrument für die wirtschaftliche Emanzipation des Globalen Südens gilt. Durch die zuletzt erfolgreiche ökonomische Entwicklung ist das Land zu einer bedeutenden Kraft für die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Integration des afrikanischen Kontinents geworden.
Der vorliegende Band beleuchtet die jüngere Geschichte und das aktuelle politische System Algeriens und richtet besonderes Augenmerk auf seine Rolle als Schnittstelle zwischen Afrika und Europa.












